Eine Waffensteuer ist im Gespräch
Heftiger Widerstand der Sportler in Harburg -SPD-Politiker unterstützt das Bremer Modell
EISSENDORF. Schützen brauchen in erster Linie eine rihige Hand. Was sich derzeit aber in Sachen Waffenrecht möglicherweise zusammenbraut, hat auch die Mitglieder des Schützenkreisverbandes Harburg-Stadt in höchste Unruhe versetzt. Die Stadt Bremen plant die Einführung einer Sportgerätesteuer.
Im Gespräch im kleinsten Bundesland ist eine jährliche Abgabe von 300 Euro pro Gewehr beziehungsweise Pistole. Der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Arno Münster hält eine ähnliche Regelung auch in Hamburg für wünschenswert. Das stößt auf den Widerstand der Schützen: "Die Einführung einer Waffensteuer lehnen wir entschieden ab. Das wäre das Ende des sportlichen und traditionellen Schießens", sagte Präsident Heinz-Heinrich Thömen anlässlich der Delegiertentagung des Schützenkreisverbandes Harburg-Stadt am Freitagabend im Eißendorfer Schützenhaus.
Mit der Waffensteuer, so die Begründung, würde die Zahl der legalen Waffen in privaten Händen quasi automatisch begrenzt, wenn nicht reduziert.
Dies sei wünschenswert, da in den vergangenen 20 Jahren in Deutschland mehr als 100 Menschen mit Schusswaffen im legalen Besitz getötet worden seien, so heißt es in dem entsprechenden Antrag.
"Die hohe Zahl der Schusswaffen in Hamburg halte ich für besorgniserregend, vor allem wenn man bedenkt, dass nach Schätzungen von Experten zu jeder legalen Schusswaffe zwei illegale kommen", sagt Arno Münster. Betroffen von der Steuer wären außer den Sport- und Traditionsschützen alle privaten Waffenbesitzer, nicht aber Jäger, Polizisten und zum Beispiel Wachleute.
Obwohl Hamburgs Innensenator Michael Neumann den Plänen seines Parteikollegen Münster kürzlich eine Absage erteilt hat, glaubt Schützenpräsident Heinz-Heinrich Thömen: "Das Thema wird uns in diesem Jahr garantiert noch weiter beschäftigen."
(Quelle: Stader Tageblatt, 25.01.2012)
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